Tanz der Buchstaben
Rote kleine Schaumstoffmatten, Decken und ihre Röckchen legten sich zahlreiche Kinder aufgeregt auf dem Boden der Lanzkapelle zurecht. Voller Spannung und Neugier warteten die Vier- bis Achtjährigen auf den Start der Uraufführung des eineinhalbstündigen Kinderkonzertes. Als das Mannheimer Duo Annette (Wieland) und Tara (G. Zinte) dann pünktlich mit ihrem Alphabetlied auf die Bühne betrat, war die Freude groß.

An einem großen roten Stoffvorhang hingen zahlreiche bunte Großbuchstaben des Alphabets in Schlangenlinien. Einige Buchstaben fehlten. Denn diese hatten die beiden Musikerinnen in ihrem dicken, alten Koffer mitgebracht. "Wir wollen euch viele Tiergeschichten erzählen, mit Musik natürlich. Und zu jedem Buchstaben gehört ein Tier", versprachen sie.

Selbst komponierte Lieder
Mit zahlreichen selbst geschriebenen und komponierten Liedern sowie den fröhlichen Aufforderungen regten sie die Kinder zum Mitmachen, Rätseln, Singen und Lachen an. Auch die kleinen Requisiten wie Stofftiere, aufgeblasene Gummitiere, Masken oder der wedelnde Katzenschwanz aus flexiblem Gummirohr im Hosenbund und ihre Showeinlagen begeisterten das junge Publikum. Annette und Tara - kenntlich gemacht durch ein großes T und A auf ihren T-Shirts - begleiteten ihre Lieder auf dem Keyboard und mit Gitarre. Selten nahmen sie Musik "aus der Konserve", wie das Katzenduett von Rossini, Musik aus dem "Karneval der Tiere" von Camille Saint-Sans oder vom Liedermacher Fredrik Vahle.

"Welches Tier fängt mit W an?" fragten die beiden Frauen. "Wa wie Wal", rief ein Kind. Und dann sangen sie die Geschichte von Winnie, dem Wal. Nachdem sie den Buchstaben H zeigten, spielten sie in Begleitung einiger Kinder, ausgestattet mit Percussions, ein Lied über den Hund. Sie erklärten, was ein Refrain ist, und das Publikum sang ihn begeistert mit. Dabei lernten sie spielerisch und musikalisch so ganz nebenbei das Buchstabieren des Hundenamens beim Refrain: B-I-N-G-O.

Besonders schön war der Song über das T und den Tausendfüßler, bei dem zahlreiche Kinder eine Reihe bildeten und gemeinsam als eben jenes Tier durchs Publikum liefen. Mit viel Enthusiasmus, Freude, pädagogischem Einfallsreichtum und Geschick setzten sich die beiden Berufsmusikerinnen ein.

Tatsächlich kam das kurzweilige und abwechslungsreiche Konzert bei den Kindern sichtlich gut an. Schließlich haben sie mit ihrem interdisziplinären Konzept der Verbindung von Musik, Entertainment, Buchstabenlernen und Geschichten hören über die Welt der Tiere eine Marktlücke entdeckt, mit der sie sicher auf Tour gehen und noch viele Erfolge auch außerhalb von Mannheim ernten können. (Mannheimer Morgen 1.7.2009)

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