Klosterkonzerte Frankfurt • Les Escapades

17.07.
2022
17:00
Uhr
Frankfurt/M • Karmeliterkloster

Les Escapades | 17.07.2022 | Frankfurt© Frank Thissen


Les Escapades


Gambensconsort mit Franziska Finckh, Sabine Kreutzberger, Adina Scheyhing, Laura Frey, Barbara Pfeifer


Tears of the muses
Musik u.a. von Dowland, Purcell Jenkins, Holborne


Herzstück der Gambenmusik ist die Consort-Literatur aus England.
Oft fröhlich, beschwingt kommt sie daher. Aber auch, ganz nach dem Geschmack der Zeit, mit tief empfundener „Melancholy“.
Unter „Melancholy“ versteht man im England des ausgehenden 16. und beginnenden 17. Jahrhunderts eine Geisteshaltung. Sie ist geprägt von Nachdenklichkeit (thoughtfulness), und nach innen gerichteter Beobachtung (introspection), die zur Selbsterkenntnis hinführt. Die Überzeugung, dass diese Geisteshaltung dem Genie eigen ist, macht die Melancholy lange Zeit zu einem höchst erstrebenswerten Zustand und inspiriert Schriftsteller, Künstler und Komponisten zu Werken von eindringlicher Dichte.


„Tears of the muses“ ist der Titel einer Sammlung von Tanzsätzen wie Pavans, Allemandes, Galliards, die Anthony Holborne veröffentlicht. Bei seinen Zeitgenossen genießt er höchste Wertschätzung. So widmet ihm zum Beispiel John Dowland das Lied „I saw my lady weep“. Dowland weint in seinen berühmten „Lachrimae“ gleich siebenmal. „Lachrimae amantis“ ist die 6. der „passionate pavans“, bei denen Dowland allerdings gesteht, dass Tränen nicht nur aus Traurigkeit, sondern auch vor Freude geweint werden können.
Eine passende Ergänzung zu diesen selbsterklärenden Charakterstücken, wie wir sie auch bei Michael East, John Coprario oder John Bennet finden, sind die „Fantasys“. Hier werden Themen durch alle Stimmen hindurch kunstvoll verarbeitet und ein gleichberechtigtes Spiel aller Instrumente praktiziert, wie wir es viel später im Streichquartett der Klassik wiederfinden.
Die Fantasien dauern oft nicht länger als 3 Minuten und es ist immer wieder faszinierend, in welch kurzer Zeitspanne die Affekte aufeinander folgen, sich die verschiedensten Tonarten abwechseln und sich Dissonanzen ineinander flechten, um am Ende in einen konsonanten Schlussakkord zu münden.


Klosterkonzerte 2022
Karmeliterkloster / Institut für Stadtgeschichte,
Münzgasse 9, 60311 Frankfurt


Tickets: ab 16,- €, Keine Abendkasse


Eine Veranstaltung der Agentur ALLEGRA
In Kooperation mit dem Institut für Stadtgeschichte Frankfurt am Main, dem Musikforum Mannheim e.V. und dem Verein Kleine Kammermusik e.V.


Mit freundlicher Unterstützung der


Ernst Max von Grunelius Stiftung Frankfurt


 und weiterer privater Spender*innen.