Die Kleine Kammermusik

06.06.
2018
20:00
Uhr
Frankfurt/M • Alte Nikolaikirche


Verena Gropper, Sopran
Christian Prader, Traversflöte
Johannes Berger, Barockcello
Jürgen Banholzer, Cembalo/Orgel 


Von Freundschaft und Glück


Unter dem Titel "Von Freundschaft und Glück" erklingen selten zu hörende Werke aus Telemanns Hamburger Kammermusikoeuvre. Auszüge aus den in vieler Hinsicht besonders spannenden Sammlungen "Moralische Kantaten", "Methodische Sonaten", "Essercizii musici" und der Zeitschrift "Der getreue Music-Meister" geben tiefe Einblicke in Telemanns innere Welt und seine Hamburger Lebensrealität.Die vielseitigen EnsemblemusikerInnen werden das Konzert moderieren und uns auch so dem Komponisten und Menschen Telemann näher bringen.


Georg Philipp Telemann traf in Hamburg auf ein aufgeklärtes Bürgertum, dass ihm optimale Bedingungen bot, seine sämtlichen
musikalischen und geschäftlichen Interessen voll zu entfalten: Ein bürgerliches Opernhaus, eine umfangreiche Kirchenmusik, und vor allem eine breite Schicht an zum Teil vorzüglich musizierenden Bürgern: Dankbare Abnehmer für seine vielfältigen Kompositionen, die er sämtlich im Eigenverlag herausbrachte. Schon in seiner Frankfurter Zeit hatte er begonnen, seine Werke selbst in hoher Quälität zu stechen und zu drucken.


Drei in Hamburg herausgegebene Sammlungen bilden die Grundlage unseres Programms: Die Moralischen Kantaten waren zur moralischen Erbauung der Bürger ausserhalb von Kirche und Gottesdienst gedacht und beschäftigen sich – durchaus mit einem Augenzwinkern – mit verschiedenen menschlichen Regungen wie der Liebe, der Großmut oder der Freundschaft. Der Getreue Music-Meister war eine in Fortsetzungen erscheindende Musikzeitschrift, die den musizierenden Bürgern die Möglichkeit bot, eine wunderbare Mischung aus Telemanns Kompositionen zuhause zu spielen und zu singen. Die Methodischen Sonaten schließlich boten auch dem nicht professionellem Musiker die Möglichkeit, mit 'Methode', also der eigentlich erforderlichen Auszierung des gedruckten Notentextes, zu spielen, und sind damit auch auf eine Art ein Dokument dür die Demokratisierung des Musikbetriebs. Ergänzt wird das Programm durch einige Stücke aus den Essercizii musici, einer weiteren Sammelausgabe Telemanns, die an der großen Orgel der Nicolaikirche gespielt werden, sowie durch zwei wunderbare Arien aus Opern
Telemanns.


Eine Veranstaltung des Vereins "Kleine Kammermusik e.V."
Ort: Alte Nikolaikirche, Römerberg 11, 60311 Frankfurt a.M.


Tickets: 10-15 Euro



Verena Gropper, Sopran
studierte Schulmusik in Mannheim und Barockgesang in Graz und Frankfurt, dort bei Prof. Henriette Meyer-Ravenstein. Weitere sängerische und künstlerische Impulse erhielt sie durch Heidrun Kordes, Sibylla Rubens, Peter Kooij, Kai Wessel, Jill Feldman und Monika Mauch. Die aus Oberschwaben stammende Sopranistin arbeitet als Solistin mit Dirigenten wie Ton Koopman, Peter Neumann und Hermann Max und mit Orchestern wie der Akademie für Alte Musik Berlin, Concerto Köln, L’arpa festante, Le Concert Lorrain, dem Händelfestspiel-Orchester Halle, dem Nationaltheaterorchester Mannheim und La Stagione Frankfurt.


Christian Prader, Traversflöte
Der aus Zürich stammende Traversflötist Christian Prader studierte dort bei Prof. Maria Goldschmidt zunächst Querflöte und im Anschluss bei Prof. Karl Kaiser in Frankfurt Traverso. Er spielt mit Orchstern wie La Scintilla (Oper Zürch), dem Musikpodium Stuttgart (Frieder Bernius), dem Main-Barock-Orchester und dem Freiburger Barockorchester und unter so bedeutenden Dirigenten wie Fabio Luisi, Giovanni Antonini, Pablo Heras-Casado und Cornelius Meister.


Johannes Berger, Barockcello
schloss im Sommer 2014 sein Studium der Historischen Interpretations-praxis in der Solistenklasse bei Prof. Kristin von der Goltz in Frankfurt mit dem Konzertexamen ab. Als gefragter Continuo-Cellist ist er regelmäßig zu Gast bei Barockensembles wie der Mannheimer Hofkapelle und Das Kleine Konzert unter Leitung von Hermann Max. Als Solo-Continuo hat er mit der Harmonie Universelle unter Florian Deuter eine CD mit Concerti grossi von Corelli eingespielt. Mit dem Münchner Barockensemble L'accademia giocosa entstand eine CD-Produktion mit bisher unveröffentlichten Werken von Telemann. Mit dem Balthasar Neumann Ensemble unter Thomas Hengelbrock wirkte er bei der 'Wieder-Uraufführung' von Richard Wagners Parsifal auf historischen Instrumenten mit. Kürzlich wirkte er mit dem Freiburger Barockorchester bei der Aufführung aller 9 Beethoven-Symphonien in Mexiko City mit. 2014 bis 2016 unterrichtete Johannes Berger als Assistent von Kristin von der Goltz bei den Vielklang-Meisterkursen für historische Aufführungspraxis in Tübingen.


Jürgen Banholzer, Cembalo/Orgel
studierte Orgel in Boston, Stuttgart, Lyon, Gesang an der Schola Cantorum Basiliensis und promovierte im Fach Musikwissenschaft an der Universität Mainz. Als Continuospieler auf Cembalo und Orgel ist er Gast bei Ensembles wie dem Johann Rosenmüller Ensemble, dem Freiburger Barockorchester, dem Balthasar-Neumann-Ensemble, Stefan Temmingh & Ensemble. Zusammen mit der österreichischen Salteriospielerin Margit Übellacker gründete er das Ensemble La Gioia Armonica.


2018 startet eine neue Konzertreihe in der Telemann-Stadt Frankfurt am Main. Zu diesem Projekt haben sich Eva Maria Pollerus und Michael Schneider, beide ProfessorInnen am angesehenen „Institut für Historische Interpretationspraxis" der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt am Main sowie der Kulturmanager Thomas Rainer zusammengetan. Alle drei sind von der Musik Georg Philipp Telemanns fasziniert, kümmern sich um weitere Entdeckungen innerhalb seines riesigen Ouevres und setzten sich intensiv für Aufführungen seiner Werke ein. Der Verein möchte mit dieser Initiative eine echte Lücke im sonst reichen Frankfurter Kulturleben schließen - und gründet eine Kammermusikreihe, die das solistische und kammermusikalische Schaffen sowie die Welt Georg Philipp Telemanns ins Zentrum stellt.


www.kleine-kammermusik.de